Muss, muss nur der Bus! Dies Das, Ding Dong, Knick Knack!
Hätte hätte Limette! Wer kann, der kann! …
Lieber Paul!
Heute, am 24.03.2009 findet Deine Trauerfeier statt. Typisch für Dich, Du hast Dir eine mafiamäßige Beerdigung gewünscht. Alle sollen im Anzug und ganz wichtig mit Sonnenbrille etc. von Dir Abschied nehmen. Ich bin froh um die Sonnenbrille… Es ist unglaublich und unfassbar, dass Du nicht mehr lebst. Ich kann nicht schreiben, dass du nicht mehr unter uns bist. Denn Du hast einen festen Platz in meinem Herzen. Und ich weiß, dass es sehr viele Menschen gibt, denen es genau so geht. Das tröstet uns alle ein wenig, denn es gibt viele Menschen die Dich lieben und noch mehr, die Dich mögen. Die Vergangenheitsform fällt mir im Augenblick sehr schwer.
Du warst quasi der erste Mensch in Hannover, den ich am Anfang, als ich hierher gezogen bin, besser kennen lernen durfte. Es war wunderbar wie Du mich als Beifahrer durch die Stadt navigiert hast. „Hier rechts, oder? Ne warte, vielleicht links?“ Dabei hätten wir fast einen Unfall mit dem gemieteten LKW gebaut. Doch wir sind jedesmal ans Ziel gekommen. Beim gemeinsamen Frühstück in der Firma waren Deine Ideen und Spinnereien immer ein Highlight. Die Agentur ohne Pee Disl, dass war mir relativ schnell klar, war eigentlich undenkbar. Auch wenn es damals so kam, dass Du gehen musstest. Deine Sprüche sind unvergessen und heute noch unmittelbar mit Dir verknüpft. Selbst der Untertitel in diesem Blog stammt quasi von Dir. Das Foto im Header selbstverständlich auch, wie auch das Foto von mir, was ich heute noch in vielen Communities als Profilfoto benutze. Natürlich auch hier. Du hast mir das Pokern beigebracht und mir gezeigt, dass es auch anders geht. Ohne Verbissenheit, mit einer gewissen Leichtigkeit. In einem unserer ersten gemeinsamen Projekte hast du mich runter geholt von meiner Panik, dass die Zeit zu knapp sein könnte: „Andosch! Das krieg ich schon hin. Bleib locker!“ Und du hast gezeigt, dass man sich auf dich verlassen kann. Chaot hin oder her, ich konnte auf dich zählen und du hast die Scheiße gerockt!
Die Abende nach dem Tai Chi Training bleiben ebenfalls in bester Erinnerung. Hier habe ich eine weitere Seite von Dir kennen gelernt. Es gab kaum ein Thema, was wir nicht angerissen haben. Du hast mir gezeigt, was du alles drauf hast. Dass man mit Dir über viele Dinge, und sei es Politik, wirklich gut diskutieren kann. Wir haben zusammen gekocht und gegrillt, gechillt und vor allem viel gelacht. Wenn Du über Musik gesprochen hast, fühlte ich mich wie ein kleiner Junge, und am liebsten hätte ich es auf Video aufgenommen. Es wäre mit Sicherheit eine viel besuchte Webseite geworden, da du das sensationell rüberbringen konntest. Einfach Knaller! Jetzt bleiben uns Deine Mashups, um uns zu erinnern.
Als die Diagnose Magenkrebs kam sagtest du im Krankenhaus: „Hey, ich bekomme ne Magenverkleinerung.. Ganz umsonst!“ Auch wenn ich mir fast sicher war, dass Du es in Wirklichkeit nicht so locker gesehen hast, machte es mir Hoffnung. Der Paul, aka Pee Disl, Pauly Bizzle, Paul Beats, DJ Mixgeburt lässt sich nicht so leicht unterkriegen. So warst Du eben, Du hast immer versucht positiv zu sein. Du hast Deine Jenny geheiratet und so wieder gezeigt, dass Du eher an die Zukunft denkst, und Dich nicht unterkriegen lässt. Leider hat der Krebs gezeigt, wie grausam er ist. Ich war in Hamburg, als ich von Ada erfuhr, dass auch noch Darmkrebs diagnostiziert wurde. Das war recht kurz nach Deiner „Welcome back party“. Kurz nachdem wir alle dachten und hofften, dass Du den Krebs besiegt hast. Hier habe ich Dich das letzte Mal gesehen und mit Dir gefeiert. Ich hatte nicht den Mut Dir in die Augen zu sehen als sie Dich nach Hause geschickt haben, zum sterben. Es war nicht bewusst von mir, aber ich konnte irgendwie nicht anders. So habe ich Dich in Erinnerung, wie Du warst. Ein positiver und lebensbejahender Mensch. Einfach King!
Ich vermisse Dich!
Dein Andosch Bandosch